Orthopädie / Orthopäde:
Geschichte der Orthopädie
Der französische Arzt Nicolas Andry (1658 – 1742) erwähnte erstmals das Wort Orthopädie 1741 in einem Buch, das er für Eltern und Erzieher schrieb. Er empfahl, „bei Kindern die Ungestaltheit des Leibes zu verhüten und zu verbessern“.Dies war eine revolutionäre Behauptung. Bis dahin galten Verkrüppelungen / Behinderungen als gottgegeben und nicht beeinflussbar. Andry empfahl, Fehlstellungen der Beine und Wirbelsäule durch Schienen zu korrigieren.
Schon bald wurde die Idee von Ärzten und Mechanikern aufgegriffen, ausgearbeitet und verfeinert. Knapp 30 Jahre später, 1870 wurde von L.J.S. Venel in der Schweiz die erste orthopädische Heilanstalt der Welt gegründet.
1816 eröffnete der Lauterbacher J.G.Heine (1771-1838), er wird mittlerweile „der Vater der Orthopädie in Deutschland „ genannt, das Carolinen-Institut in Würzburg, das bald Weltruf erlangte.
Zwischenzeitlich sind fast 270 Jahre vergangen. Heute muss kein Kind mehr an einem Klumpfuß oder einer Hüftgelenkluxation leiden. Durch die Vorsorgeuntersuchungen werden Fehlanlagen erkannt, behandelt und geheilt.
Indikationen zur Behandlung sind z. B.:
- Schmerzen HWS- und Schulterbereich
- Tennisarm / Mousearm
- Probleme der Gelenke, insbesondere Hüft-, Knie- und Sprunggelenke
- Probleme bei der Fußstellung
- Karpaltunnelsyndrom
- Bandscheibenvorfall
- Rückenschmerzen
Allgemeine Behandlungsmöglichkeiten z.B.:
- Diagnoseverfahren
- Stationäre Operationen
- Ambulante Operationen
- Schmerztherapie
- Physikalische Therapie
- Manuelle Medizin (Chirotherapie)
- Akupunktur
- Laboruntersuchungen
- Orthopädietechnik
Die Orthopädie
Durch die verschiedenartigen Behandlungsmethoden können sogar z. B. zerstörte Gelenke ersetzt werden, Knochendefekte bei bösartigen Tumoren überbrückt und kuriert und Bandscheiben- und Gelenkerkrankungen auch durch minimal invasive chirurgische Eingriffe behandelt werden.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Orthopädie sich bei Kindern und Erwachsenen mit Form- und Funktionsfehler des Stütz- und Bewegungsapparates (Knochen, Gelenke, Bänder, Muskeln und Sehnen) beschäftigt. Dies fängt bei der Erkennung der Entstehung der Krankheit an, geht über die Prävention hinaus, bis hin zur Behandlung und Rehabilitation.